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Über die Autoren

Wir sind Felix & Sebastian von Music in the Box und bieten medienpädagogische Kurse für Schüler*innen und Fortbildungen für Lehrkräfte an.

 

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KI-Regeln für die Schule: Eine einfache Vorlage für deinen Unterricht

  • Autorenbild: Felix Unger
    Felix Unger
  • vor 4 Stunden
  • 7 Min. Lesezeit
Frau am Schreibtisch mit Tablet, über dem Text "KI-Regeln für die Schule". Hintergrund: Whiteboard, Laptop, Pflanzen. Verträumte Stimmung. music in the box.

Künstliche Intelligenz ist längst im Schulalltag angekommen. Viele Schüler*innen nutzen ChatGPT, DeepL Write, Microsoft Copilot, Google Gemini oder andere KI-Tools bereits für Hausaufgaben, Referate, Zusammenfassungen oder kreative Projekte.


Laut Bitkom gibt es nur an 23 Prozent der weiterführenden Schulen zentrale Regeln zum Einsatz von KI. An weiteren 35 Prozent legen einzelne Lehrkräfte selbst fest, was erlaubt ist. An 27 Prozent der Schulen gibt es bisher gar keine Regelungen. Gleichzeitig wünschen sich vier von fünf Schüler*innen, den Umgang mit KI in der Schule zu lernen.


Dürfen Schüler*innen KI für eine Hausaufgabe nutzen? Muss die Nutzung angegeben werden? Ist ein KI-generierter Text automatisch Betrug? Und was mache ich als Lehrkraft, wenn ich vermute, dass eine Aufgabe nicht selbstständig bearbeitet wurde?


In diesem Beitrag findest du fünf einfache KI-Regeln für deine Schule. Außerdem stellen wir dir ein kostenloses Arbeitsblatt zum Download zur Verfügung, das diese übersichtlich zusammenfasst. Du kannst es ausdrucken, im Klassenzimmer aufhängen oder mit deinen Schüler*innen als gemeinsame Grundlage für den Umgang mit KI besprechen.


Dieser Beitrag ist Teil 1 unserer Reihe - KI in der Schule: Regeln, Aufgaben und Faktencheck


In Teil 2 geht es darum, wie Hausaufgaben trotz ChatGPT sinnvoll gestellt werden können.


In Teil 3 zeigen wir, wie Schüler*innen KI-Antworten kritisch prüfen und Quellen besser bewerten können.



Warum brauchen wir KI-Regeln in der Schule?


KI-Tools können Texte schreiben, Bilder erzeugen, Musik komponieren, Aufgaben lösen, Fragen beantworten und Präsentationen vorbereiten. Das kann im Unterricht hilfreich sein. Gleichzeitig wird aber schnell unklar, welche Leistung eigentlich von den Schüler*innen selbst stammt.


Wenn es keine Regeln gibt, entstehen vor allem drei Probleme: Schüler*innen wissen nicht, ob sie KI benutzen dürfen. Lehrkräfte bewerten Aufgaben unterschiedlich. Und es entsteht Misstrauen, weil nicht klar ist, was als eigene Leistung gilt.


Das Ziel von KI-Regeln sollte deshalb nicht sein, jede Nutzung zu kontrollieren. Viel wichtiger ist, dass Schüler*innen lernen, offen mit KI umzugehen und die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.

Auch die Kultusministerkonferenz empfiehlt, Schulen einen konstruktiv-kritischen Umgang mit KI zu ermöglichen und die Potenziale dieser Technologien für Lernen und Lehren sinnvoll zu nutzen.

Ein guter Grundsatz für den Unterricht lautet:


KI darf dich beim Lernen unterstützen, aber sie darf deine eigene Leistung nicht ersetzen.

Dieser Satz ist einfach, aber sehr hilfreich. Denn er macht deutlich: KI ist nicht automatisch schlecht. Sie wird erst dann problematisch, wenn Schüler*innen so tun, als wäre ein KI-Ergebnis ihre eigene Leistung.



Was KI im Unterricht leisten darf


KI kann im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden, wenn sie den Lernprozess unterstützt. Schüler*innen können sich zum Beispiel Begriffe erklären lassen, erste Ideen sammeln, eine Gliederung entwickeln, Übungsfragen erstellen oder Feedback zu einem eigenen Text einholen.

Problematisch wird es, wenn die KI den eigentlichen Lernprozess ersetzt. Wer einen kompletten Text von ChatGPT schreiben lässt und ihn als eigene Arbeit abgibt, zeigt nicht mehr, was er oder sie verstanden hat. Genau hier braucht es klare Regeln.


Eine gute Unterscheidung ist deshalb:

Erlaubt ist Hilfe beim Denken. Nicht erlaubt ist das Ersetzen des eigenen Denkens.

Diese Formulierung kann man gut mit Schüler*innen besprechen. Denn viele Fälle sind nicht schwarz-weiß. Eine KI für Ideen zu nutzen ist etwas anderes, als eine ganze Hausaufgabe automatisch erstellen zu lassen.



Die 5 wichtigsten KI-Regeln für deine Klasse


Lehrerin zeigt Schülern Symbole auf Tafel: Roboter, Stift, Sprechblase. Helle Klassenraum-Atmosphäre, Notizheft auf Tisch.

Für den Unterricht reichen am Anfang wenige klare Regeln. Wichtig ist: Die Regeln müssen verständlich sein und sich im Schulalltag wirklich anwenden lassen.

Die folgenden fünf Regeln sind deshalb als Grundstruktur gedacht. In diesem Abschnitt werden sie ausführlicher erklärt. Danach folgen zwei kurze Kopiervorlagen: eine für die Klassenregeln und eine für die Kennzeichnung einzelner Aufgaben.


1. KI-Nutzung muss angegeben werden

Wenn Schüler*innen KI verwenden, sollten sie das offen angeben. Das muss nicht kompliziert sein. Oft reicht ein kurzer Satz am Ende der Aufgabe.


Zum Beispiel:
  • Ich habe ChatGPT genutzt, um Ideen für meine Gliederung zu sammeln.

  • Ich habe DeepL Write genutzt, um meinen Text sprachlich zu überarbeiten.

  • Ich habe eine KI genutzt, um mir schwierige Begriffe erklären zu lassen.

  • Ich habe keine KI verwendet.


So wird KI-Nutzung nicht heimlich, sondern besprechbar. Das nimmt Druck aus der Situation und hilft Schüler*innen, Verantwortung für ihren Arbeitsprozess zu übernehmen.


2. Die eigene Leistung muss sichtbar bleiben

KI darf unterstützen, aber die abgegebene Arbeit muss weiterhin die Leistung der Schüler*innen zeigen. Das kann je nach Aufgabe unterschiedlich aussehen. Bei einem Referat darf KI vielleicht bei der Struktur helfen. Die Beispiele, Quellen, Präsentation und Erklärung müssen aber von den Schüler*innen selbst kommen. Bei einem Podcast kann KI Ideen für Fragen liefern. Die Aufnahme, Auswahl, Gestaltung und Reflexion bleiben aber eigene Arbeit.


Eine einfache Regel lautet: Du musst erklären können, was du abgegeben hast.

Wenn Schüler*innen den Inhalt ihrer eigenen Aufgabe nicht erklären können, ist das ein deutliches Zeichen, dass die KI zu viel übernommen hat.


3. KI-Antworten müssen geprüft werden

KI-Tools klingen oft überzeugend, auch wenn die Antwort falsch, ungenau oder erfunden ist. Deshalb sollten Schüler*innen lernen, KI-Antworten nicht einfach zu übernehmen.

Besonders vorsichtig sollte man sein bei Zahlen, historischen Ereignissen, biografischen Informationen, rechtlichen Fragen, medizinischen Aussagen, Zitaten und Quellenangaben.


Eine gute Klassenregel ist: Alles, was eine KI behauptet, muss geprüft werden, bevor es verwendet wird.

Das ist ein wichtiger Punkt für Medienkompetenz. ChatGPT ist keine Quelle wie ein Schulbuch, ein Lexikon oder eine wissenschaftliche Webseite. Es ist ein Tool, das Antworten formuliert. Diese Antworten können hilfreich sein, müssen aber überprüft werden.

Genau darum geht es später in Teil 3 dieser Reihe: Wie können Schüler*innen KI-Antworten prüfen, ohne sich im nächsten digitalen Dschungel zu verlieren?


4. Keine persönlichen Daten eingeben

Viele KI-Tools verarbeiten eingegebene Inhalte auf externen Servern. Im schulischen Kontext ist deshalb besondere Vorsicht notwendig.


Die Regel sollte einfach und klar sein: Was privat ist, bleibt privat.

Schülerinnen sollten keine vollständigen Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Fotos, Noten, privaten Probleme oder Informationen über Mitschülerinnen in KI-Tools eingeben.


Auch bei kreativen Aufgaben ist das wichtig. Wenn Schüler*innen zum Beispiel einen Podcast, ein Hörspiel oder eine Geschichte über echte Personen entwickeln, dürfen keine privaten Details in ein KI-Tool kopiert werden.


5. KI darf nicht zum Täuschen genutzt werden

Viele Diskussionen über KI drehen sich um Betrug. Das ist verständlich. Trotzdem ist es pädagogisch hilfreicher, mit Schüler*innen zwischen Unterstützung und Täuschung zu unterscheiden.


Hilfreich ist KI, wenn sie beim Lernen unterstützt: beim Verstehen, Strukturieren, Üben oder Überarbeiten. Täuschend ist KI, wenn sie eine eigene Leistung vortäuscht: zum Beispiel durch komplett generierte Hausaufgaben, erfundene Quellen oder Texte, die nicht verstanden wurden.


Diese Unterscheidung öffnet den Raum für ein wichtiges Gespräch: Wann hilft mir ein digitales Tool wirklich beim Lernen? Und wann nimmt es mir den eigentlichen Lernprozess ab?



Kostenloses Arbeitsblatt: KI-Regeln für deine Klasse


Lächelnder Roboter und Text über KI-Regeln im Unterricht. Enthält vier nummerierte Regeln zur sicheren und fairen KI-Nutzung im Lernen.
Unser kostenloses Arbeitsblatt kannst du dir als Plakat in die Klasse hängen!

Die folgenden Sätze fassen die fünf Regeln in einfacher Sprache zusammen. Du kannst sie direkt mit deiner Klasse besprechen und als gemeinsame Grundlage für den Unterricht nutzen.

Zusätzlich stellen wir dir ein kostenloses Plakat zum Download zur Verfügung. Darauf sind die wichtigsten KI-Regeln übersichtlich zusammengefasst. Du kannst es ausdrucken, im Klassenzimmer aufhängen oder in einer digitalen Lernplattform bereitstellen.


Unsere KI-Regeln im Unterricht

  1. Ich darf KI nutzen, wenn sie mir beim Lernen hilft.

  2. Wenn ich KI nutze, gebe ich das an.

  3. Ich muss meine Aufgabe selbst verstehen und erklären können.

  4. Ich prüfe KI-Antworten, bevor ich sie verwende.

  5. Ich gebe keine persönlichen Daten in KI-Tools ein.

  6. Ich gebe keine KI-Ergebnisse als eigene Leistung ab.


Der sechste Punkt ist bewusst zusätzlich formuliert. Er gehört inhaltlich zur fünften Regel, macht für Schüler*innen aber noch einmal klarer, wo die Grenze zwischen Unterstützung und Täuschung liegt.


Das Arbeitsblat eignet sich als gemeinsamer Ausgangspunkt für die Klasse. Du kannst es sichtbar als Plakat aufhängen, mit deinen Schüler*innen besprechen oder gemeinsam an eure eigenen Unterrichtsregeln anpassen.




In Teil 2 dieser Reihe wird es dann konkreter: Dort schauen wir uns an, wie Hausaufgaben und Unterrichtsaufgaben gestaltet werden können, damit sie auch mit KI sinnvoll bleiben. Außerdem findest du dort ein kostenloses Arbeitsblatt, mit dem Schüler*innen bei einzelnen Aufgaben kurz dokumentieren können, ob und wie sie KI genutzt haben.



Kopiervorlage 2: KI-Nutzung bei einer Aufgabe angeben


Die erste Vorlage beschreibt die allgemeinen Regeln für den Unterricht. Die zweite Vorlage ist für einzelne Aufgaben gedacht. Sie hilft Schüler*innen, kurz sichtbar zu machen, ob und wie sie KI bei einer konkreten Aufgabe verwendet haben:


Diese Vorlage ist bewusst einfach gehalten. Sie soll keine zusätzliche Hürde sein, sondern Transparenz schaffen. Für jüngere Schüler*innen kann man sie noch stärker vereinfachen. Für ältere Jahrgänge oder größere Arbeiten kann man sie ausführlicher gestalten.



So kannst du die Regeln im Unterricht einführen


Die Regeln sollten nicht einfach nur ausgeteilt werden. Besser ist es, sie kurz mit der Klasse zu besprechen.Ein möglicher Ablauf für 30 bis 45 Minuten:


  1. Starte mit zwei Fragen:

    1. Wofür kann KI beim Lernen hilfreich sein?

    2. Wann wird KI problematisch?


  1. Sammle die Antworten an der Tafel oder digital. Danach kannst du verschiedene Situationen vorstellen. Zum Beispiel:

    1. Eine Schülerin lässt sich Vokabeln abfragen.

    2. Ein Schüler gibt einen komplett von ChatGPT geschriebenen Text ab.

    3. Eine Gruppe nutzt KI, um Ideen für einen Podcast zu sammeln.

    4. Eine Schülerin lässt sich ein schwieriges Thema erklären.

    5. Ein Schüler kopiert private Informationen über eine Mitschülerin in ein KI-Tool.


  2. Die Klasse entscheidet dann gemeinsam: erlaubt, nicht erlaubt oder kommt auf die Aufgabe an?


Anschließend könnt ihr die KI-Regeln besprechen und auf eine erste kleine Aufgabe anwenden. Wichtig ist, dass Schüler*innen verstehen, warum es diese Regeln gibt. Es geht nicht um Kontrolle um der Kontrolle willen, sondern um Fairness, Transparenz und echtes Lernen.



Was tun, wenn Schüler*innen KI heimlich nutzen?


Schüler im Klassenzimmer, flüstern, schauen auf Tablet mit Robotersymbol. Lehrerin lächelt vor Tafel. Farben: Blau-Grün, fröhliche Stimmung.

Natürlich verhindern Regeln nicht automatisch, dass KI unerlaubt genutzt wird. Aber sie schaffen eine Grundlage für Gespräche. Wenn du vermutest, dass eine Aufgabe stark von KI erstellt wurde, ist es oft sinnvoller, zuerst nachzufragen, statt direkt zu bestrafen.


Hilfreiche Fragen sind:

  • Kannst du mir erklären, wie du vorgegangen bist?

  • Welche Quellen hast du verwendet?

  • Welche Stellen hast du selbst formuliert?

  • Was war schwierig an der Aufgabe?

  • Kannst du die wichtigsten Aussagen mit eigenen Worten erklären?


Wenn Schüler*innen den Inhalt nicht erklären können, ist das pädagogisch aufschlussreicher als jeder KI-Detektor. Denn am Ende geht es nicht darum, Maschinen zu überführen, sondern Lernprozesse sichtbar zu machen.



Fazit


KI wird aus dem Schulalltag nicht wieder verschwinden. Deshalb brauchen Schüler*innen keine reinen Verbote, sondern klare Orientierung.


Gute KI-Regeln helfen dabei, Unsicherheit zu reduzieren. Sie machen sichtbar, was erlaubt ist, was nicht erlaubt ist und wann KI-Nutzung angegeben werden muss. Gleichzeitig eröffnen sie die Chance, mit Schüler*innen über Verantwortung, Datenschutz, Quellenkritik und eigene Leistung zu sprechen.


Der wichtigste Grundsatz bleibt: KI darf beim Lernen helfen, aber sie darf das eigene Denken nicht ersetzen.

In Teil 2 dieser Reihe geht es darum, wie Hausaufgaben und Unterrichtsaufgaben so gestaltet werden können, dass sie trotz ChatGPT sinnvoll bleiben. Denn wenn sich Werkzeuge verändern, müssen sich auch unsere Aufgabenformate weiterentwickeln.



FAQ


Dürfen Schüler*innen ChatGPT im Unterricht verwenden?

Das hängt von den Regeln der Schule, dem Alter der Schüler*innen, dem Tool und der konkreten Aufgabe ab. Wichtig ist, dass die Nutzung transparent ist und keine persönlichen Daten eingegeben werden.


Ist ein KI-generierter Text automatisch Betrug?

Nicht automatisch. Entscheidend ist, ob die Nutzung erlaubt war und ob sie angegeben wurde. Wenn ein kompletter KI-Text als eigene Leistung abgegeben wird, ist das problematisch.


Sollte man KI im Unterricht verbieten?

Ein pauschales Verbot ist meist wenig hilfreich. Schüler*innen sollten lernen, KI verantwortungsvoll, kritisch und transparent zu nutzen.


Wie erkenne ich, ob eine Aufgabe mit KI geschrieben wurde?

KI-Detektoren sind unzuverlässig. Sinnvoller ist es, den Arbeitsprozess sichtbar zu machen: Zwischenschritte, Reflexionen, mündliche Nachfragen und eigene Beispiele helfen mehr als reine Kontrolle.


Was ist die wichtigste KI-Regel?

Die wichtigste Regel lautet: KI darf unterstützen, aber die eigene Leistung nicht ersetzen.

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